Die Geschichte von Urmel
Urmel kam nicht aus dem Eis sondern wurde Anfang Januar 2008 vom Veterinäramt des Landkreises aus einer völlig verwahrlosten Haltung befreit. Er befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Seine Gebrechen reichten von Herzproblemen über einen durchgebrochenen vereiterten Backenzahn, Fisteln am Hintern und einen Tumor an der Schwanzspitze. Er war kaum noch in der Lage, sich auf seinen vier Pfoten zu halten. Nur eine Operation konnte Urmel von seinen Schmerzen befreien. Der Ausgang war jedoch aufgrund seiner Herzprobleme ungewiß.
Es wurde ein Spendenaufruf in der Sächsischen Zeitung gestartet und viele tierliebe Menschen trugen mit ihrer Spende dazu bei, dass Urmel erfolgreich operiert werden konnte.
In den nächsten Wochen erholte sich der kleine Kerl zusehens und fasste endlich wieder Vertrauen zu den Menschen. Die lange entbehrten Streicheleinheiten, das regelmäßige Futter, die Spaziergänge und die gute ärztliche Betreuung sorgten dafür, dass aus ihm ein Hund wurde, der sein Leben zu genießen begann. In der Tierisch-Tierisch-Sendung des MDR im September 2008 wurde Urmel als Notfall vorgestellt. Und zum Glück fand Urmel einen lieben Menschen, der sich seiner annahm und ihm ein dauerhaftes Zuhause gab.
Kurz vor Weihnachten 2008 erhielt unser Tierheim folgende liebe Zeilen (gekürzte Auszüge):
"Hallo, Ihr Lieben aus dem Tierheim Riesa, hier spricht der Urmel, nun bin ich schon 1/4 Jahr bei meinem neuen Frauchen und ich weiß nun, wie alles so läuft. Euch allen möchte ich für die viele Mühe, die ihr mit mir hattet, nochmals Dank sagen, Ihr habt mich ins Leben zurückgeholt. Mit den Miezen im Haus komme ich ganz gut aus, wenn sie mir nicht im Weg stehen oder an mein Futter wollen. Dass ich der Herr im Haus bin, haben die schon gelernt.
Ja, ich habe endlich gelernt, dass man nicht ins Haus macht, sondern nur draußen. In den ersten Wochen musste mein Frauchen öfters mit dem Finger drohen, wenn da etwas passiert war, bis ich mir's gemerkt habe. Jetzt melde ich mich, wenn's eilig wird. Jeden Nachmittag gehen wir eine große Runde. Hier oben bei uns gibt es 3 Hunde, die werden immer verbellt. Ganz stolz bin ich , dass ich nun so viel Vertrauen zu meinem Frauchen habe, dass sie mir vorm Spaziergang das Halsband umbinden darf und danach mich wieder davon befreit. Aber wehe, sie kommt mit der Bürste, da ziehe ich aber gleich meine Lefze hoch - Bürsten - das fehlte mir noch!.... Ja, mit dem Futter ist so eine Sache. Ich esse nur Nassfutter mit Fleisch- oder Wurstzusatz. Auch die Tablettenleckerlies verschmähe ich seit ein paar Tagen. Ich will die Tablette in Leberwurst ...."
Wir sind dankbar und froh, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich nicht davor scheuen, alten und kranken Tieren ein neues, liebevolles Zuhause zu geben und wir wünschen uns für Urmel, dass er noch eine schöne Zeit mit seinem Frauchen verbringen kann.
"Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben,
macht dich reich! "
Louis Sabin